Die Adventszeit sollte eigentlich eine besinnliche Zeit darstellen, die man mit seinen Liebsten verbringt. Es ist das Fest der Liebe, doch für jemanden mit einer Eßstörung können die Feierlichkeiten schon einmal Angst und Panik auslösen.

Dies ist meine zweite Adventszeit nach meiner Genesung von der Eßstörung. Ich esse Zimtsterne, Spitzbuben, Schokolade, Panettone und andere typische Weihnachtsleckereien. Alles in Massen und ohne schlechtes Gewissen.

Ich glaube nicht, dass Heilung von einer Essstörung es erfordert Süssigkeiten in Massen zu essen. Vielmehr denke ich, dass es eine persönliche Wahl ist und das nicht nur für Menschen mit einer Essstörung. Jede Person muss entscheiden, ob sie Süssigkeiten ist und wie viel sie davon isst. Jedes Weihnachtsfest sind wir alle mit der Versuchung konfrontiert, ein bisschen mehr Süsskram als üblich zu essen.

Wenn ich mich an die Adventszeiten zurück erinnere, als ich noch in der Eßstörung gefangen war, konnte ich die schönen Weihnachtsmärkte, Essenseinladungen und Heiligabend nicht richtig geniessen. Denn es drohte immer die Gefahr, dass die harmlosen Leckereine einen Binge Eating-Anfall auslösten. Ein geschenktes Lebkuchenherz war gefährlich für mich. Der Gedanke daran, dass es in meinem Küchenschrank liegt, machte mich wahnsinnig. Bis ich es aufass und dazu gleich alles andere, was mir in die Hände kam.

Diese Adventszeit ist anders. Ich geniesse auf den Weihnachtsmärkten Lebkuchen und Weihnachtskekse ohne dass sie eine Heisshungerattacke auslösen. Bei gemeinsamen Essen mit Familie und Freunden verbiete ich mir nichts mehr, sondern genieße all das, auf was ich Lust habe. Weihnachtsleckereien oder alle anderen Sorten von Süssigkeiten triggern (auslösen) mich nicht mehr zum Binge Eating. Das Essen von Süssigkeiten führt manchmal dazu, etwas mehr davon zu essen, aber das ist normal. Wenn ich damit konfrontiert bin (zum Beispiel in der Adventszeit) ein bisschen mehr Süssigkeiten als üblich zu essen, muss ich die gleiche Entscheidung treffen wie das „normale Esser“ auch tagtäglich tun müssen: Ein bisschen mehr zu essen (und es zu genießen und nicht gleich auszuflippen) oder eben nicht. Egal welche Entscheidung ich treffe, es endet nicht mehr im Binge Eating.

Heilung von einer Essstörung muss nicht bedeuten, das kleine Vergnügen vom Genuss von Süssigkeiten zu verbieten, wie etwa ein leckerer Zimtstern. Ich wünsche mir, dass alle, die diese Weihnachtszeit wegen ihrer Essstörung nicht richtig geniessen können, noch heute mit dem Genesungsprozeß starten.

Du kannst dir in deiner Genesung immer auch Hilfe hinzu ziehen. Du mußt nicht alleine durch diesen verständlicherweise Angst auslösenden Prozeß gehen. Wenn du magst, kann ich diese Unterstützung für dich sein. Meine kostenlose Infobroschüre steht dir als Download auf meiner Webseite www.hilfe-bulimie.ch zur Verfügung. Auch hilfreiche Blogbeiträge findest du auf dieser Seite.

Mehr und mehr nehmen Betroffene auch mein Telefoncoaching in Anspruch. Falls dies etwas für dich wäre, schreibe mir eine Email an [email protected] und ich berichte dir mehr davon.

Also, iss was du willst und genieße es ohne Reue! Du mußt nichts am nächsten Tag wieder gut machen!

Ich wünsche dir von Herzen besinnliche Weihnachtstage. Geniesse deine Liebsten, die Wärme und die Liebe!

Jasmin

 

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