Um dich deiner Eßstörung zur Wehr zu setzen, mußt du wissen wie unser Gehirn funktioniert und wie wir es verändern können. Die Entwicklung des menschlichen Gehirns ist nie abgeschlossen. Aufgrund seiner Formbarkeit (Plastizität) ist das Gehirn zeitlebens trainierbar wie ein Muskel. Wenn wir verstehen wie wir unser Gehirn verändern können, können wir auf unsere Gewohnheiten, ob gut oder schlecht, Einfluß nehmen. Wir können unser Gehirn umpolen, damit wir ein neues Verhalten entwickeln können, daß uns mehr dient. So das du genesen kannst.

Ich war für fast sechs Jahre von der Bulimie und Orthorexie betroffen. Es war eine konstante Besessenheit rund ums Thema Essen. Was, wann und wie werde ich essen? Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der ich mir nicht vorstellen konnte nicht besessen davon zu sein. Nur ein Stück Kuchen zu essen und dann zu stoppen, unmöglich! Ich dachte damals es ist besser überhaupt keinen Zucker, verarbeitete Lebensmittel, fettiges etc. zu konsumieren, weil ich nicht damit umgehen konnte. Es war einfacher ganz zu verzichten. Dies jedoch nicht für eine lange Zeit, es war ein konstanter Kampf, den ich immer wieder verlor. Den der Drang/ das Verlangen war stärker als ich. Heute ist dieser Kampf rund ums Essen für mich kaum mehr vorstellbar. Mein Essverhalten fühlt sich komplett natürlich und intuitiv an. Ich habe mein Gehirn umgepolt und gelernt wieder ausreichend zu essen ohne jegliche Einschränkungen.

Ich möchte dir die Fähigkeit unseres Gehirns anhand einer Skiabfahrt aufzeigen. Stell dir einen verschneiten Berg vor. (hier drückt wohl die Tatsache durch, daß ich Schweizerin bin, hehe ;-)) Du stehst auf der Bergspitze und fährst das erste Mal mit deinen Skiern einen Weg herunter. Anschliessend gehst du den Berg wieder hoch. Du könntest viele verschiedene Wege herunter fahren aber du fährst wieder und wieder den vorgefahrenen Weg hinunter. Bald gibt es keinen anderen Weg mehr zu gehen, denn dein vorgefahrener Weg wird konstant tiefer und weiter. Selbst wenn du versuchst auszuweichen, führen dich deine Bemühungen immer wieder in den vorgefahrenen Weg. So funktioniert unser Gehirn. Bevor du eine Gewohnheit kreiert hast, warst du in der Lage einen anderen Weg zu wählen. Aber wenn du eine Sache immer wieder wiederholst, z.B. Streß = Binge Eating, alleine sein = Binge Eating, Süßes essen = Binge Eating etc. entsteht eine tiefe Vernetzung in deinem Gehirn. Die Neuronen in deinem Gehirn haben sich so gut vernetzt und die Spuren so tief gelegt, dass die Informationen, Impulse und Glaubensmuster in kürzester Zeit abgerufen werden können. Darum fühlt es sich so an, daß du nicht anders kannst als deinem Drang dem Binge Eating nachzugehen. Mit der Zeit beginnt dein Gehirn dein Verhalten sogar an zu erwarten. Es entsteht ein Gefühl von Hilflosigkeit, weil du beginnst zu denken, daß du zum Beispiel nicht mehr alleine sein kannst oder du dich nicht mehr gestreßt oder du dich heute nicht unwohl in deiner Haut fühlen darfst. Was auch immer es bei dir ist, du denkst es gibt keine andere Möglichkeit als immer wieder in diesem Teufelskreis deiner Eßstörung zu landen. Dein ganzes Leben beginnt sich wie ein Mienenfeld anzufühlen, weil du kaum noch durch den Tag kommst, ohne daß dich so viele Dinge triggern (dich dazu drängen zu bingen/ den vorgefahrenen Weg zu gehen).

Ich war ängstlich und hilflos. Meine Welt wurde kleiner und kleiner. Ich dachte so wird es nun ein Leben lang für mich sein. Aber das war nicht die Wahrheit. Meine Eßstörung war „nur“ eine gelernte Gewohnheit, die ich selber kreiert hatte. Mehr zu meiner Geschichte oder dem Zusammenhang zu der Eßstörung und wie unser Gehirn funktioniert, findest du in meinem eBook.

Wie habe ich es also geschafft? Was war meine und die Lösung von vielen anderen Betroffenen? Wir wissen wie unser Gehirn Neues lernt und wie wir neue Verbindungen in unserem Gehirn kreieren. Auf dem Berg, von dem ich zuvor gesprochen habe, schneit es immer noch. Damit meine ich, dein Gehirn ist in konstanter Veränderung und tiefe neurologische Verbindungen können auch wieder „überschrieben“ werden. Diese Tatsache können wir zu unserem Vorteil nutzen. Zuvor hatte ich mich darauf fokussiert nicht den vorgefahrenen Weg einzuschlagen (nicht zu bingen). Manchmal klappte dies sogar. Doch dann passierte es doch und ich erlitt einen Rückfall. Anschliessend dachte ich oft: „Was brachte es mir meine ganze Willensstärke aufzubringen, wenn es schließlich doch immer wieder im Binge Eating endet?“ Meine Lösung war, daß ich einen neuen Weg kreierte (kognitive Verhaltensstrategie), anstatt zu versuchen den alten Weg nicht zu gehen. Dies ist ein bestimmter Prozeß und ist nicht intuitiv. Ich kann dir dabei helfen und dich in deinem Prozeß coachen.

Die wichtigsten Massnahmen, an denen ich im persönlichen Austausch mit Betroffenen arbeite, sind das Aufbauen einer regelmäßigen Mahlzeitenstruktur zur Reduktion von Essanfällen und das Eindämmen gegenregulatorischer/ gewichtsregulierender Maßnahmen. Dies vermindert physiologisch ausgelöste Essanfälle. Wichtig ist auch die Konfrontation mit gemiedenen oder Essanfälle auslösenden Lebensmitteln. Ebenso werden emotionale und situative Auslöser von Essanfällen evaluiert, um alternative Bewältigungsstrategien zu entwickeln (kognitive Verhaltensstrategien, mehr dazu in meinem eBook).

  1. Gemeinsam klären wir auf warum du immer wieder den selben Weg wählst/ deiner Gewohnheit nachgehst.
  2. Ich zeige dir auf, wie du einen anderen Weg wählen und gehen kannst (konkretes Coaching).
  3. Wir definieren, was Freiheit von der Eßstörung für dich bedeutet.
  4. Und ich zeige dir auf, welche Dinge dir noch fehlen, damit du genesen und Freiheit von deiner Eßstörung erlangen kannst.

Benötigst du noch mehr Unterstützung? Meine kostenlose Infobroschüre steht dir als Download auf meiner Webseite www.hilfe-bulimie.ch zur Verfügung. Für weitere Fragen oder Fragen zu meinem Coaching darfst du mir gerne eine Email schreiben: [email protected]

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